Monte Argentario Almanach: Events > Halloween

 
  In diesem Kapitel:

Die Kelten
und ihre Toten


Paradigmenwechsel
in Irland


Christianisierung
eines heidnischen
Festes


Alles neu in
der neuen Welt?

   
Jetzt auch in Porto Santo Stefano:
Das Gruseln, das aus dem Norden kommt.
Foto: Christina Max & Luciano Paterniti
 

 
Von Gerd Malcherek
  Halloween – Willkommen in Italien!
Globalisierung, hohe Mobilität, Massenmedien und amerikanisches Merchandising sorgen für die Rückkehr einer mindestens dreitausend Jahre alten ureuropäischen Idee auf den alten Kontinent. Und irgendwie haben die US-Amerikaner es geschafft, uns glauben zu lassen, dass es sich um eine amerikanische Tradition handelt (Vielleicht glauben sie es ja selber...).
   
     
Die Kelten und ihre Toten
Der Halloween-Brauch stammt ursprünglich aus dem keltischen Raum. In einer Herbstnacht verabschiedeten die Druiden den Sommer, die Jahreszeit des Lebens, und begrüßten die Herrschaft des Todesfürsten Samhain, der während des Winters regierte. Im keltischen Kalender symbolisierte dieser Tag den Jahreswechsel.
    Die Kelten feierten üblicherweise ein großes Fest mit Lagerfeuer und Festmahl. Es wurde meditiert und Voraussagungen für das nächste Jahr wurden gemacht. Es ging um Krieg, Frieden, Politik, Ernten und Krankheiten. Den Göttern wurden Opfer gebracht, um sie gnädig zu stimmen.
    Die Kelten glaubten, dass die Trennung zwischen der Welt der Toten und der Lebenden an diesem Abend besonders durchlässig sei, und man daher relativ einfach mit den Toten in Kontakt treten könne. Um diesen Kontakt besonders einfach herstellen zu können, wurde gefeiert und den Toten allerlei Leckereien angeboten. Die Toten sollten zwar gerne kommen, aber nur für kurze Zeit auf der Erde weilen. Immerhin konnte man so auch nach dem Tod mit Freunden und Verwandten in Verbindung bleiben.
    Dieser vorchristliche Brauch wurde bis in die ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung ausgiebig zelebriert.
  Online
Querverweise:

Exkurs 1:
Die Kelten


Exkurs 2:
Halloween
mit Kindern



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Paradigmenwechsel in Irland
Die Iren haben diesen Brauch etwas abgewandelt. Sie hatten nämlich Angst vor den Toten. In der Halloween-Nacht zogen sie sich möglichst schrecklichan und verkleideten sich, damit die Toten und Geister an ihnen vorbeigingen und sie nicht als Lebende erkannten. Die Masken und Verkleidungen dienten zur Abschreckung.
   
     
Die Christianisierung eines heidnischen Festes
Heute feiern die Christen weltweit am 1. November „Allerheiligen“ und einen Tag darauf „Allerseelen“. Der christliche Brauch entwickelte sich zweifellos aus dem keltischen Halloween. Während der Christianisierung Europas im ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung waren die Menschen zwar relativ leicht davon zu überzeugen, die damals neue Religion, das Christentum, anzunehmen. Allerdings haben sie oft an ihren alten, heidnischen Bräuchen und Traditionen festgehalten. Um die Gäubigen vor Sünden zu bewahren, wurden viele alte Bräuche einfach absorbiert.
    Papst Gregor IV verfügte im Jahr 837, dass Christen an Samhain ebenfalls ihre Toten ehren sollten. Er setzte für den 1. November „Allerheiligen“ an, und für darauf folgenden Tag „Allerseelen“. Die einfachen Menschen mussten sich so nicht umstellen und die Kirche hatte erfolgreich einen heidnischen Brauch bekämpft.
    Im keltischen Raum allerdings ließ sich die Feier im ursprünglichen, heidnischen Sinne nicht so leicht verbieten. Bis ins 16. Jahrhundert war die eigentliche Halloween-Nacht noch nicht vollständig christianisiert. Die anglikanische Kirche führte den Namen „All Hallowed Eve“ ein. Daraus leitet sich der heutige Name „Halloween“ ab. Durch diese einfache Strategie der Umbenennung wurde der keltische Brauch endgültig von der Kirche vereinnahmt.
   
     
Alles neu in der neuen Welt?
Irische Auswanderer brachten Halloween im 19. Jahrhundert auf den neuen Kontinent. In Amerika wurde das Fest modernisiert und mit der Zeit hat es seine jetzige Form angenommen. Kein christliches Fest, sondern eindeutig heidnischer Brauch. Die Kinder ziehen verkleidet durch die Straßen, klingeln an den Häusern und bitten um Süßigkeiten. „Trick or Treats“ (Streiche oder Süßigkeiten) rufen sie dabei. Wer keine Opfer in Form von Süßigkeiten bringt, dem könnte in dieser Nacht noch Übles geschehen...
   
     

 
Exkurs 1: Die Kelten
Indogermanisches Volk, dessen Siedlungsräume sich seit dem 9. Jahrhundert vor Christus von Mitteleuropa bis nach Britannien, Frankreich, Spanien, Italien und Kleinasien ausdehnten.Aus der keltische Sprache entwickelten sich die irische, schottische, gälische, walisische und bretonische Sprache.
 
Die Druiden: Die keltische Gesellschaft gliederte sich in Druiden (Priestergelehrte), Adel und gemeines Volk. Die Druiden durften ihr Wissen nur mündlich weitergeben. Den 374 Gottheiten wurden Menschen - und Tieropfer gebracht. Ihre große Anzahl an Muttergottheiten lässt auf eine hohe soziale Stellung der Frau in der keltischen Gesellschaft schließen.
 
Zeittafel: Die Kelten

ab 900 vor Chr.: Keltische Stämme dringen aus ihrem Kerngebiet Böhmen, Bayern und Oberrhein nach Britannien, West- und Mitteleuropa vor.

ab 400 vor Chr.: Die keltischen Gallier verdrängen die Etrusker aus der Poebene und Oberitalien.

387–386 vor Chr.: Die Kelten besiegen die Römer und besetzen sieben Monate lang die Stadt Rom.

295–222 vor Chr.: Eine Reihe keltischer Niederlagen gegen die Römer.

154–133 vor Chr.: In Spanien wird ein Aufstand der Kelten von den Römern niedergeschlagen.

121 vor Chr.: In Südfrankreich werden die keltischen Stämme von den Römern verdrängt.

58–51 vor Chr.: Um die römische Provinz Narbonensis (Provence) gegen die keltischen Helvetier und Germanen zu schützen, erobert Cäsar Gallien.
 

  Bibliografie

B. Cunliffe,
The Celtic World,
1978

P. M. Duval,
Die Kelten,
1992
 
 
 
 
 
 
 
 
Exkurs 2: Halloween mit Kindern
So macht man Kürbiskuchen und eine echte Kürbislaterne

(nein, nicht die nachgemachten aus Plastik)
 
Kürbislaterne (Jack-o-lantern)

Den oberen Teil des Kürbis abschneiden, aber nicht wegwerfen. Sie brauchen ihn später noch als Deckel für die Laterne.

Mit einem kleinen Messer, Löffel und viel Geduld wird der Kürbis ausgehölt. Das Fruchtfleisch von den Kernen befreien und aufbewahren. (Daraus wird später der Kürbiskuchen gemacht.)

Mit einem spitzen Messer von außen die Fratze in den Kürbis schnitzen.

Ein Teelicht reinstellen und den Deckel wieder draufsetzen. Fertig ist die gruselige Kürbislaterne. Aufpassen! Wenn ihr Kürbis klein ist, könnte das Teelicht von innen den Deckel anbrutzeln. Der Kürbis hält sich ca eine Woche. Danach ist er biologisch abbaubar.
 
Kürbiskuchen (texanisches Rezept)
(In amerikanischen Rezepten werden die Mengen üblicherweise in Tassen und Löffel angegeben.)

— 1 Tasse Butter oder Margarine
— (geht auch mit Sonnenblumenöl)
— 4 Eier
— 2/3 Tasse Wasser
— 2 Tassen Kürbispürree
— (Fruchtfleisch mit Wasser gequirlt)
— 3 1/2 Tassen Mehl
— eine Messerspitze Salz
— 2 Teelöffel Backpulver
— 1/2 Tasse Rosinen
— 1/2 Tasse gehackte Walnüsse
— 1 Teelöffel Zimt
— 3 Tassen (brauner) Zucker
— 1 Teelöffel Muskatnuss

— Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.
— Butter, Eier, Wasser und Kürbispürre mischen.
— In einer Schüssel Mehl, Salz, Backpulver, Gewürze
— und Zucker mischen.
— Die Masse mit Kürbispürre in die
— Schüssel geben und alles gut mischen.
— Zum Schluss noch
— die Rosinen und Nüsse dazugeben.
— Den Teig in eine gefettete Form geben.
— Bei 180 Grad für ca 1 Stunden backen.

So können Sie den Kürbiskuchen verfeinern:
— 125 gr Philadelphia Frischkäse
— 50 gr Butter
— 50 gr Puderzucker
— Saft einer halben Zitrone
Alle Zutaten gut vermischen und als Zuckerguss auf den Kürbiskuchen streichen. Den Kürbiskuchen servieren Sie am besten in 1-Zentimeter dünnen Scheiben.
 

   
 
 
 
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