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Beschreibung

Was tun bei einem
Scolopendra–Biss?

   
Scolopendra: Dieses Schmuckstück ist ca 12 cm lang.
Foto: Gerd Malcherek
 

     
Scolopendra – Gift auf hundert Füßen
 
   
Von Gerd Malcherek   Die Reaktionen auf große Hundertfüßer sind variantenreich (wie bei Schlangen). Von nacktem Entsetzen bis zu liebevoller Neugier reicht das Spektrum. Die Wahrscheinlichkeit einen großen Chilopoden (Hundertfüßer) zu sehen, ist tagsüber nicht sehr groß. Wenn er unerwartet gestört wird, verteidigt er sich aggressiv. Und: Der Scolopendra ist giftig.
 
Seine tropischen Artgenossen werden bis zu 25 cm lang, und von den Philippinen gibt es einen dokumentierten Todesfall nach einem Scolopendra–Biss. Unser Scolopendra ist nur 12 cm lang und gehört damit nur zu den mittelgroßen Chilopoden. Trotzdem: Finger weg! Hundertfüßer sind keine Streicheltiere. 
 
 
     

 
Scolopendra (Chilopoden)
Habitat: Hundertfüßer sind nachtaktiv. Sie leben unter Steinen, Baumrinden, Laub und in lockerem Boden. Werden sie bei Tag gestört, versuchen sie, sofort in dunkle Winkel zu flüchten.
 
Viele Beine: 21 bis 23 Beinpaare hat unser Scolopendra. Das erste Beinpaar wurde im Laufe seiner Entwicklung zu Giftklauen. Bei manchen Unterarten bildet auch das hintere Beinpaar eine kräftige Zange.
 
Blind: Die meisten Arten der Hundertfüßer haben keine Augen. Stattdessen orientieren sie sich mit Hilfe eines multifunktionalen Sinnesorgans an ihren Antennen. Damit könen sie Feuchtigkeit, Schall und wahrscheinlich auch chemische Veränderungen wahrnehmen.
 
Ernährung: Der Scolopendra ist wie alle Chilopoden (Hunderfüßer) ein Raubtier. Er jagt Würmer, Insekten und sogar kleine Eidechsen. Die Beute wird durch Gift getötet.
 
Gift: An der Kopfseite hat der Scolopendra zwei starke Fangklauen mit jeweils einer Giftdrüse. Sein Gift ist für Menschen sehr schmerzhaft, aber nicht tödlich. Einen Scolopendra–Biss kann man wie den Stich von Scorpionen, Bienen oder Wespen mit Hitze behandeln, um die Schmerzen zu lindern.
 
Brutpflege: Scolopendra sind fürsorgliche Mamas. Sie rollen sich um ihre Eiergelege und halten sie sauber und frei von Pilzen. Der geschlüpfte Nachwuchs wird bis zur dritten Häutung mit Nahrung versorgt und verlässt erst dann das Gehege.
  Online
Querverweis:


Copyright

 
 
 
Bibliographie:

W. Kükenthal:
Handbuch der Zoologie,
Berlin, Leipzig.
     

 
Maßnahmen nach einem Scolopendra–Biss
Eine Hitzebehandlung (wie bei Bienen–, Wespen– oder
Scorpionstichen) – z.B. mit heißem Wasser –
lindert die Schmerzen.
 
• Die Haut rund um die Einstichstelle sofort mit Hitze
(Wasser, Stein, Sand, Kompresse) behandeln.
 
• So heiss wie möglich (ca 50°C).
Der Patient muss selbst entscheiden, wie heiß es sein darf.
 
• In Intervallen von 5 bis 10 Sekunden hitzebehandeln.
Zwischen den Intervallen die Schmerzintensität kontrollieren.
 
• Der brennende Schmerz des Stiches sollte
innerhalb von wenigen Minuten verschwinden.
 
• Manchmal bleibt die Stichstelle für einige Stunden leicht taub
oder überempfindlich, was medizinisch jedoch unbedeutend ist.
 
     

 
   
   
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