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Biolumineszenz

Glühwürmchen –
Phausis splendidula

   
Blick vom Monte Argentario auf den Monte Amiata.
Foto: Gerd Malcherek
 

     
Glühwürmchen – Einfach effizient
 
   
Von Gerd Malcherek   Der Wirkungsgrad einer Glühlampe beträgt gerade mal fünf Prozent. Nur ein Zwanzigstel der zugeführten elektrischen Energie wird in Licht umgewandelt. Der Rest wird als Wärme abgestrahlt. Biolumineszenz schaft bis zu 95 Prozent. Fast die gesamte Energie wird auf biochemischem Wege in Licht umgewandelt. Beim Leuchten entsteht so gut wie keine Wärme. Glühwürmchen senden ein sogenanntes „kaltes Licht“ aus. 
   
     
Biolumineszenz: So glühen die Leuchtkäfer
Tierische Lichtproduzenten finden sich hauptsächlich in der Tiefsee. Die Leuchtkäfer sind die einzigen Landtiere, die Bioluminiszenz erzeugen können. Wie bei einer technischen Glühampe besteht die Laterne der Glühwürmchen aus drei Teilen. Eine Reflektorschicht verhindert, dass Lichtabstrahlung in das Körperinnere erfolgt. Die Zellen dieser Schicht enthalten so viele Salzkristalle, dass das Licht sich spiegelt und so wieder abgestrahlt wird. In den eigentlichen Leuchtzellen, vergleichbar der Glühbirne, sorgen große Ansammlungen von Mitochondrien, die „Zellkraftwerke“ für ausreichend Energie. Und schließlich schirmt eine durchsichtige Haut, wie das Glas bei den Lampen der Menschen, die Leuchtorgane nach außen ab.
 
Das Licht selbst entsteht sodann durch Oxidation, beziehungsweise Dehydrierung spezieller Leuchtstoffe, wie dem Luciferin, mit Hilfe eines Enzyms, der Luciferase. Gibt das reduzierte Enzym anschließend den aufgenommenen Wasserstoff an molekularen Sauerstoff weiter, wird Licht an die Umgebung abgegeben.
   
     

 
Erleuchtet: Glühwürmchen – Phausis splendidula
Ordnung: Coleoptera (Käfer)
Familie: Lampyridae (Leuchtkäfer)
Körperlänge: 8 – 10 mm
 
Beobachtungszeit auf dem Monte Argentario: Mai / Juni. Nach Sonnenuntergang.
 
Aufenthaltsort: Wälder, Gärten, Wege, Macchia. 1 bis 1,5 Meter über dem Boden.
 
Vorkommen: Blinkende Glühwürmchen sind vor allem in den Tropen, in Mittel– und Südeuropa verbreitet. In Nordeuropa sind sie sehr selten anzutreffen.
 
Merkmale: Die bräunlichen Flügeldecken des Männchens sind mit leichten Längsrippen versehen. Das Weibchen hat lediglich reduzierte, stummelige Flügeldecken, so dass sie Segmente des Hinterleibs sichtbar sind. An der Bauchseite des Hinterleibs sind die phosphoreszierenden Leuchtorgane. Die Leuchtkäfer zählen zu den wenigen leuchtenden Landtieren.
 
Lebensweise und Entwicklung: Alle Entwicklungsstadien dieser Art sind mit den namensgebenden Leuchtorgane ausgestattet, die bei den erwachsenen Käfer der Partnerfindung dienen. Das Licht wird bei den Glühwürmchen durch einen biolumineszierenden Stoff, das so genannte Luciferin, erzeugt. Das Blinken stammt von rivalisierenden Männchen, die durch die Dunkelheit fliegend eine Braut suchen und sich mit dem Lichtspiel den Insekten-Damen andienen. Rhythmus und Dauer der Liebesbotschaften sind bei den weltweit über 2000 existierenden Arten unterschiedlich und „zeitlich sehr präzise“, sagt die an den Forschungen beteiligte Biologin Sara Lewis von der Tufts-University in Medford, Massachusetts. „Offenbar hat jede einzelne Art einen festgelegten Leuchtcode.“
 
Die räuberischen Larven leben von Schnecken, teils auch von pflanzlicher Nahrung. Die Larven sind stark abgeflacht, dunkelgrau gefärbt und erinnern etwas an Asseln. Auch sie erzeugen ein schwaches Leuchten.
 
Flugfähig sind nur die Männchen. Die fertig entwickelten Tiere nehmen keine Nahrung mehr zu sich. Die Männchen sterben kurz nach der Paarung, die Weibchen können noch einige Tage weiterleben und legen schliesslich am Waldboden ihre Eier ab.
  Online
Querverweis:


Copyright

     

Quelle: Insekten Datenbank, Insecta Harlequin, Schweiz und Naturschutzbund (NaBu), Deutschland.
Dr. Jiri Zahradnik, Dausien’s Buch der Insekten.
 
   
   
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