Monte Argentario Almanach: Places > Das Passionisten-Kloster

 
  • In diesem Kapitel:
 
• Wer sind
• die Passionisten

 
• Das Leben des
• heiligen Paulus

 
• Chronik des Klosters
 
• Persönlichkeiten
 
• Anfahrt
   
Das Passionisten-Kloster, August 2002.
 

    Das Passionisten-Kloster
Am nördlichen Hang des Monte Argentario, unterhalb des Monte Telegrafo gibt es einen ruhigen und schattigen Ort, der auch im Hochsommer von den großen Touristenströmen verschont bleibt: Das Passionistenkloster. Von hier oben haben Sie eine wunderbare Aussicht auf Orbetello, die Lagune und die Düne von Giannella. Die besondere Geo-Morphologie des Monte Argentario wird von hier leicht verständlich.
 
Sie können die kleine Kirche des Klosters besuchen und, wenn Ihnen danach ist, auf dem gleichen Platz sitzen, knien und beten, auf dem im Jahr 2000 der Papst Johannes Paul II. für 20 Minuten kontemplativ verweilte. Der Platz ist mit einem kleinen Schild gekennzeichnet.
   
   
Architektonische Schönheit und intakte Natur
Schon von der Straße auf der Düne Giannella sieht man im üppigen Grün das weiße Klostergebäude leuchten. Im Kloster leben auch heute noch um die zehn Mönche. Es wurde erst vor kurzem restauriert und erhebt sich über einen schönen Platz, umgeben von üppiger, intakter Natur.
 
Etwas weiter oben auf dem Berg steht die Einsiedelei San Giuseppe, in der früher die Novizen des Klosters wohnten. Auch wenn die Einsiedelei heute nicht mehr bewohnt ist, wird sie, durch die Arbeit Freiwilliger, in einem hervorragenden Zustand erhalten.
 
Auf dem Gipfel des Berges schließlich, der Punta Telegrafo, finden Sie Ruhe und Abgeschiedenheit, wie sie nur ganz besondere Orte bieten können.
 
Zivilisiertheit und Spiritualität
Im 18. Jahrhundert herrschte in der Maremma ein düsteres Klima, dominiert von Piraten, Malaria und Todesangst. Der heilige Paulus vom Kreuz (San Paolo della Croce) wollte ein Zeichen von Zivilisiertheit und Spiritualität setzen, indem er sein Kloster gründete. In den Chroniken des Klosters steht, dass es tatsächlich der heilige Paulus war, der mit einem Stock den Grundriss der Kirche, ein einfaches Rechteck, auf den Boden zeichnete. Schlicht und streng, so wie die Ordensregeln, sollte das Bauwerk sein, gleichzeitig jedoch mit reichhaltigen Ornamenten, die Größe und Würde der Gottesverehrung wiederspiegeln.
 
Nach der einfachen Zeichnung des Gründervaters entsteht nach mehrfachen Umbauten am Ende des 18. Jahrhunderts der große Gebäudekomplex, der die Via Aurelia von Ansedonia bis Albinia dominiert. Das zu Lebzeiten des heiligen Paulus erdachte Gebäude ist, nach den neuesten Restaurierungen, heute wieder gut erkennbar und benutzbar. Auch die Kirche wurde im gleichen, einfachen Stile restauriert, wie es ihr Baumeister, Michele Rusconi 1780-1782, vorgesehen hatte.
 
Wer sind die Passionisten?
Aus der Broschüre des Klosters: Die Gemeinschaft der Passionisten wurde hier, auf dem Argentario, im 18. Jahrhundert vom heiligen Paolo della Croce gegründet. Er übetrug seinen Nachfolgern die Aufgabe, der Welt die Liebe Jesu für alle Menschen zu verkünden, so wie sie sich durch den Leidensweg und den Tod Christus zeigte. Die Passionisten glauben fest an die Erleuchtung ihres Gründers und fühlen sich berufen, die Erinnerung an den Leidensweg Cristus zu bewahren. Sie leben in einer brüderlichen Gemeinschaft, widmen sich dem Studium, Gebeten und der Mission.
 
Sie leben ein Leben in Einfachheit und Armut um alle daran zu erinnern, dass alles Streben nach Besitz durch die Freude des Gebens besiegt werden kann. Im Bewusstsein, dass der Leidensweg Jesu auch heute noch von Bedeutung ist, versucht die Gemeinschaft des heiligen Paolo della Croce die Sehnsüchte und Probleme der Menschen, besonders der armen und ausgegrenzten, zu teilen.
 
Die Ordensbrüder tragen eine schwarze Kutte mit einem Zeichen aus Herz und Kreuz mit der Inschrift: „jesuxpipassio“ (der Leidensweg Jesu). Dieses Zeichen soll alle an den Auftrag des Ordensgründers (San Paolo della Croce) erinnern, das Gedenken an die Leiden Jesu zu erhalten.
 
3.000 Passionisten gibt es heute in 52 Ländern. Zur Passionisten-Familie gehören auch zahlreiche andere Institute und Laienbrüderschaften.
 
Das Leben des Heiligen Paulus vom Kreuz
Der heilige Paulus, heute bekannt als der größte Mystiker des 18. Jahrhunderts, wurde am 3. Januar 1694 als Sohn von Luca Danei und Maria Massari in Ovada an der Grenze zur Republik Genua geboren. Seine Familie war durch Missgeschicke und politische Turbulenzen am Ende des 17. Jahrhunderts in Not geraten. Als zweitgeborener Sohn von sechzehn Kindern muss er schon in jungen Jahren seinem Vater im Geschäft helfen und erlebt dort oft dramatische Situationen. Auf der Suche nach Arbeit reist er mit seiner Familie durch Italien, und als er gerade 20 Jahre alt ist, wird er von Gottesgnaden erleuchtet und zur Buße bekehrt. Als Papst Klemens XI. zum Kreuzzug aufruft, schließt er sich den venezianischen Heeren an, um die islamische Bedrohung zu bekämpfen. Aber schon im Februar 1716 beseelt ihn ein anderer Gedanke.
 
Er kehrt zu seiner Familie zurück und durchlebt eine Zeit geistiger Selbstkasteiung und Offenbarung. Während einer dieser Offenbarungen sieht er sich selbst ganz in Schwarz gekleidet, mit einem weißen Kreuz auf der Brust und den Namen Jesu in weißen Buchstaben unter dem Kreuz. In genau diesen Kleider erscheint ihm auch die Jungfrau Maria, die ihm seine Berufung zum Gründer eines neuen Ordens bestätigt. Er löst seine Ehe auf und widmet sich ganz seiner Buße, bis er am 22. November 1720, gemeinsam mit einigen Freunden, vom Bischof von Alessandria die schwarze Kutte des Eremiten erhält. Danach begibt er sich zum Papst nach Rom, um die Bestätigung seiner Ordensregeln zu erhalten, wird jedoch barsch zurückgewiesen.
 
Auf dem Weg zurück nach Hause macht er Rast auf dem Monte Argentario und, betört von der Schönheit des Ortes, beschließt er, hier sein Kloster zu gründen. Aber das wird ihm keinesfalls einfach gemacht. Paulus muss viele Rückschläge hinnehmen, bevor er sich auf dem Argentario niederlassen kann. Erst am 14. September 1737 beginnen die Bauarbeiten für die Einsiedelei und erst 24 Jahre später wird am Hang des Berges mit dem Bau des Noviziats San Giuseppe begonnen.
 
In der Zwischenzeit, während er immer noch auf die Ordensbestätigung vom heiligen Stuhl wartet, gibt es unzählige Streitigkeiten und Paulus gründet weitere Ordenssitze.
 
1769 schließlich werden seine Ordensregeln von Papst Klemens XIV. nach eingehender Prüfung erlaubt und von Papst Pius VI. im Jahr 1775 feierlich bestätigt. Paulus stirbt noch im gleichen Jahr und hinterlässt 13 Einsiedeleien und ein Nonnenkloster in Tarquinia.
 

 
  Bibliografie

Timo Amodei:
Il Monte Argentario,
San Paolo della Croce,
I Passionisti.
32 S.
Roma, 1990

 
 
Internet:

www.passionisti
casalecchio.it


www.passionisti.org
    Chronik des Klosters
 
   
    1728 Der heilige Paulus vom Kreuz (San Paolo della Croce) erreicht den Argentario und lebt zunächst in der Einsiedelei Annunziata und dann in der Einsiedelei San Antonio, wo auch die erste kleine Glaubensgemeinschaft gegründet wird.
 
   
    1733 Bauarbeiten des Klosters und der Kirche werden wiederholt durch die Kriege der span. Statthalterstaaten unterbrochen.
 
   
    1737 Am 14. September werden das Kloster und die Kirche vom Generalvikar von Orbetello, Mons. Moretti, eingeweiht
 
   
    1744 Der heilige Paulus erhält vom Papst die Billigung der Ordensregeln. Die Zahl der Glaubensbrüder steigt auf 30.
 
   
    1761 800 m vom Kloster entfernt wird das erste Noviziat der Passionisten eröffnet.
 
   
    1780 Der Glockenturm wird gebaut.
 
   
    1797 In der Zeit Römischen Republik und während Papst Pius VI im Exil ist,
bietet das Kloster Zuflucht für viele ausländische Bischöfe.
 
   
    1799 Vom 2. bis zum 5. Mai verwüsten französische Truppen das Kloster.
Sogar das Gemälde der Madonna im Chor wird beschädigt.
 
   
    1801 Das Herrschaftsgebiet der Statthalterstaaten wird Teil der Toskana. Die regierende Großherzogin Maria Luisa di Borbone stiftet dem Kloster Land.
 
   
    1808 Auflösung des Klosters durch ein napoleonisches Dekret.
 
   
    1810 Das Kloster wird geplündert und verkauft. Nach einigen Monaten wird das Auflösungsdekret widerrufen, da das Kloster über keine weiteren Besitztümer verfügt.
 
   
    1817 Die Klostergemeinschaft opfert sich auf für die von der Cholera heimgesuchte Bevölkerung.
 
   
    1820 Am 24. April besucht der Großherzog der Toskana, Fernando III, das Kloster.
 
   
    1825 Am 8. April besucht auch der Großherzog Leopold II. das Kloster.
 
   
    1835 Die Cholera erreicht erneut den Monte Argentario, und viele Menschen steigen hinauf zum Kloster, um Buße zu tun.
 
   
    1838 Ein verheerender Waldbrand macht Halt an der Gartenmauer des Klosters. Ähnliche Ereignisse passieren immer wieder.
 
   
    1842 Am 12. Mai wird der Deich eingeweiht, der den Monte Argentario mit dem Festland verbindet.
 
   
    1866 Das Kloster wird enteignet und die Glaubensgemeinschaft per Dekret aufgelöst.
 
   
    1869 Das Kloster wird losgekauft und die Glaubensbrüder kehren zurück.
 
   
    1876 Erneute Repressionen.
 
   
    1900 Der Friedhof wird eingeweiht.
 
   
    1915 1.Weltkrieg: Das Kloster wird für die Unterbringung von 200 Soldaten requiriert. Die Glaubensbrüder werden zum Wehrdienst verpflichtet.
 
   
    1927 Elektrisches Licht im Kloster.
 
   
    1933 Das 19 Meter hohe Kreuz wird errichtet.
 
   
    1943 Zweiter Weltkrieg: Hunderte von Personen sowie die Stadtverwaltung und das Krankenhaus werden im Kloster untergebracht.
 
   
    1944 Am 28. April wird Orbetello von Engländern und Amerikanern bombadiert und englische Bomben beschädigen die Kirche. Am 22. Mai wird das Kreuz gesprengt.
 
   
    1948 Die Familie Angella stiftet dem Kloster die drei von San Paolo bewohnten Räume. Das monumentale Kreuz wird wieder aufgebaut.
 
   
    1949 Eine befahrbare Straße zum Kloster wird gebaut. Vorher gab es nur einen Maultierpfad.
 
   
    1960–
1965
Die Glaubensgemeinschaft setzt sich bei der Regierung vehement dafür ein, den Monte Argentario vor Grundstücksspekulationen zu schützen.
 
   
    1967 Am 10. August werden die steblichen Überreste des heiligen Paulus für einen Tag zum Monte Argentario gebracht.
 
   
    1983–
1988
Renovierungsarbeiten auf dem gesamten Klosterkomplex.
 
   
     

 
Persönlichkeiten
 
Agnese Grazi, 1701–1744
Er stammt aus einer wohlhabenden Familie aus Orbetello. Nachdem er eine Predigt des hl. Paulus gehört hat, widmet er sich ganz dem entbehrungsreichen Leben. Gemeinsam mit den ersten Passionisten ist er auf auf dem Argentario beerdigt.
 
P. Fulgenzio di Gesù (Pastorelli), 1710–1755
Er ist bereits Priester, als er sich dem hl. Paulus in der Einsiedelei anschließt. Er ist der erste Lehrer im Noviziat des Klosters.
 
Fra Giuseppino di Santa Maria (Pitruzzero), 1720–1768
Er trifft den hl. Paulus, während er sich im Dienst eines Obersts in Orbetello befindet. Er ist der erste Laienbruder des Klosters und bekannt für seinen Arbeitseifer.
 
Der seelige Lorenzo Salvi, 1782–1856
Mystiker mit großer Hingabe für das Jesuskind. Autor, beliebter Missionar und Abt der beiden Kloster des Monte Argentario von 1817 bis 1821.
 
Der seelige Bernardo Silvestrelli, 1831–1911
Er ist adliger Herkunft und zeichnet sich aus durch seine große Demut und kulturelle Bildung. Fünf mal wird er zum Abt der Glaubensgemeinschaft gewählt und lebt von 1854 bis 1856 im Kloster auf dem Argentario. Während der Choleraepidemie von 1855 opfert er sich auf für die leidende und hungernde Bevölkerung.
 
Der hochwürdige Galileo Nicolini, 1882–1897
Während sein Erstkomunion fühlt er die Berufung zum Leben als Passionist. Trotz seines nur kurzen Lebens zeigt er große religiöse Fähigkeiten. An der Schwindsucht erkrankt kommt er zum Monte Argentario und stirbt hier nach wenigen Tagen. Seine sterblichen Überreste werden in der Klosterkirche aufbewahrt.
 
Der hochwürdige Nazareno Dell’Immacolata (Santolini), 1859–1930
Dreißig Jahre lang ist Lehrer im Noviziat. Seine sterblichen Reste werden zunächst in der Klosterkirche und danach im Noviziat aufbewahrt.
   
     

 
Anfahrt: Von der Strada Statale 440 auf halber Wegstrecke zwischen Porto Santo Stefano und Orbetello den Straßenschildern Richtung „Punta Telegrafo, Convento Passionisti“ folgen.
Adresse: Noviziato Nazionale Passionista
58015 Orbetello
Tel: 0565–812 641
Fax: 0564–814 935
Tipp: Nur 100 Meter vom Passionistenkloster entfernt liegt das Restaurant „La Sorgente“, eine Art Biergarten mit Pasta statt Bier.
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